Bobby-Car-Waschanlage ist der Renner in Kitzinger Caritas-Kindergärten

Besonderes Projekt vom „Handwerker mit Herz“

„Der Joop ist unser Handwerker mit Herz“, sagt Stephanie Gajdaczek, die Leiterinder Kitzinger Kindergärten St. Elisabeth und St. Johannes. Kürzlich kam „dem Joop“, bürgerlich Joop van Zadelhoff, die Idee für ein ganz besonderes Projekt.

Die Kinder haben großen Spaß an den Bobby-Car-Waschanlagen. Kindergartenleiterin StephanieGajdaczek ist Joop van Zadelhoff dankbar und lobt ihn als „unseren Handwerker mit Herz“. Foto: Hartmut Hess

Er konstruierte eine Bobby-Car-Waschanlage nebst Tankstelle für die beiden katholischen Kindergärten. „Das hat er ganz toll gemacht“, sagt Gajdaczek. Die Anlagen sind bei den Kindern gerade in diesem heißen Sommer der Renner.
Zadelhoff saß viele Jahre in Elternbeiräten von Kitas und Schulen seiner Kinderund Enkel. Er sei da „schon immer engagiert“ gewesen, sagt er. Der Schulgarten am Armin-Knab-Gymnasium etwa sei auf seinem „Mist gewachsen“. Auch in den Kindergärten St. Elisabeth und St. Johannes ist er gerne gesehen: als Helfer bei Festen und als Handwerker, der marode Spielgeräte repariert oder Sitzbänke baut.

Jetzt hat der Hobby-Handwerker aus Holz eine Konstruktion gebastelt und buntbemalt, ein Dächlein gezimmert und extra Textilwaschbürsten anfertigen lassen, wie sie auch in echten Autowaschanlagen verbaut sind. Die Kleinen können also nicht nur Bobby Car fahren und ihren Spaß haben, sondern sich auch eine Kühlung holen. Zadelhoff hat vertikal und horizontal mehrere Wasserspritzdüsen installiert.

Der 71-Jährige ist den Marktstefter Unternehmern Dieter und Jürgen Haag ebenso dankbar für ihre Materialunterstützung wie dem Kitzinger Georg Feßler, Maler Lorenz, Weber & Leichtlein und dem Globus Baumarkt. Die speziellen Textilwaschwaschbürsten hat der Hersteller Aqua Brush aus Furth im Waldkostenlos zur Verfügung gestellt. „Damit konnte ich die Anlagen für kleines Geldbauen und den Kindergärten schenken“, erzählt der (Un-) Ruheständler.

Abkühlung auf Knopfdruck in der heißesten Stadt Bayerns: Am Marktplatz in Kitzingen steht eine Nebeldusche
Joop van Zadelhoff in seiner Werkstatt in Kitzingen. Für die örtlichen Kindergärten St. Elisabeth und St. Johannes werkelt und repariert er regelmäßig.

Joop van Zadelhoff in seiner Werkstatt in Kitzingen. Für die örtlichen Kindergärten St. Elisabeth und St.Johannes werkelt und repariert er regelmäßig. Foto: Hartmut Hess

 

Joop van Zadelhoff hat in seinem Wohnhaus eine gut eingerichtete Werkstatt, in der er fleißig schraubt und sägt. Da arbeitet er hinter den Kulissen, während er beiseiner zweiten Passion, dem Musikauflegen, oft auf Partys als DJ die erste Geige spielte und heute vielen älteren Menschen in Senioreneinrichtungen schöne Stunden beschert.
Der Niederländer ist auch sonst ein sozialer Mensch. Es ist zwar kein Ehrenamt, aber zeigt ein weiteres Mal die Einstellung Zadelhoffs. Er ist seit 60 Jahren bereit, Blut zu spenden – für manche Menschen eine lebensrettende Hilfe. In den Niederlanden und Deutschland war er bereits 130 Mal beim freiwilligen Aderlass, und auch als Organspender hat er sich registrieren lassen.

An seinem Namen ist leicht zu erraten, dass er aus den Niederlanden stammt. Seit1984 wohnt er in Deutschland, seit 2012 besitzt er die niederländische und die deutsche Staatsbürgerschaft. Fast wäre er nicht in Kitzingen
gelandet oder hätte seine Frau Gertrud nicht heiraten können, denn vor über 40 Jahren herrschten noch strengere Sitten.
Heute kann er darüber lachen, wenn er die Anekdote aus der Zeit von der Hochzeit mit seiner aus der Malerfirma-Familie Lorenz stammenden Frau Gertrud erzählt. Joop van Zadelhoff war weder getauft, noch hatte er in seiner Heimat irgendetwas mit einer Konfession zu tun gehabt.

Doch die Schwiegereltern hätten sich gesagt: Naja, wenn es schon ein Holländer sein muss, muss es aber eine katholische Trauung sein. Dann war guter Rat teuer, da er ja kein Katholik war, was damals eine kirchliche Bedingung war. Zum Glück habe er in dem damaligen Pfarrer Elmar Albert von der Würzburger Pfarrei St. Burkard einen Geistlichen gefunden, der bei Bischof Paul-Werner Scheelevorsprach. Albert gelang es, eine Ausnahmegenehmigung zu erwirken, und so konnte er das Paar in der Kitzinger St.-Johannes-Kirche trauen.

Hartmut Hess

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